«Die ganze Welt hat sich mir eröffnet»

Kim Hunziker studierte International Management an der FHNW und sammelte während ihres Studiums umfangreiche internationale Erfahrung. (Bild: Simone Zaugg)


«Die ganze Welt hat sich mir eröffnet»

FHNW-Absolventin Kim Hunziker arbeitet heute als Spezialistin für Öffentlichkeitsarbeit an der US-Botschaft in Bern. Dabei kam ihr auch ihre internationale Erfahrung zugute.

Bei Kim Hunziker läuft niemand einfach so ins Büro. «Am Sicherheitspersonal kommt man nur mit einer persönlichen Einladung vorbei», erklärt sie. Die strikten Bedingungen an ihrem Arbeitsplatz zwingen uns dazu, unser Treffen ins Tibits um die Ecke zu verlegen. Kims Arbeitgeber ist nicht irgendwer, sondern Edward McMullen, US-Botschafter in Bern. Seine Residenz ist Tag und Nacht durch die Berner Polizei gesichert.

«Ich hatte unzählige Möglichkeiten, mich an Projekten zu beteiligen und damit mehr zu lernen als nur den Schulstoff.»

Kim Hunziker, Absolventin der Hochschule für Wirtschaft FHNW

Im Auftrag des Botschafters ist Kim Hunziker für die Planung der Inhalte auf den Social-Media-Kanälen der Botschaft verantwortlich. Dabei geht es darum, alle Interessierten über die Aktivitäten der US-Botschaft in der Schweiz auf dem Laufenden zu halten und gegebenenfalls Themen der amerikanischen Aussenpolitik aufzugreifen. Zudem ist die gebürtige Aargauerin als Presseassistentin dafür zuständig, die Kommunikation zwischen der Botschaft und den Medien zu koordinieren. 

Internationale Erfahrung hilft bei der Karriere

«Ich weiss gar nicht so recht, wie ich es geschafft habe, zu diesem tollen Job zu kommen», gesteht Hunziker. «Denn meine Ausbildung hatte gar nichts mit Politik zu tun.» Ihren Abschluss machte die junge Frau in International Management an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Dass sie sich trotzdem erfolgreich bei der Botschaft bewerben konnte, führt die 27-Jährige darauf zurück, dass ihr Lebenslauf gespickt sei mit Beispielen ihres Engagements und zeige, wie viel Erfahrung sie während ihrer Ausbildung sammeln konnte. «Ich hatte unzählige Möglichkeiten, mich an Projekten zu beteiligen und damit mehr zu lernen als nur den Schulstoff», erklärt Kim Hunziker. Anstatt sich nur mit einem, wie vom Studiengang vorgesehenen Auslandsemester zu begnügen, bemühte sich Kim Hunziker darum, gleich zwei machen zu können. Eines in Florida und das zweite in Kanada. Durch die gute Verknüpfung der FHNW mit diversen Partneruniversitäten war das problemlos möglich. «Dabei hat mich die Hochschule super unterstützt und bei der Organisation mitgeholfen», erklärt sie. 

«Während meiner Ausbildung an der FHNW fand ich zum ersten Mal in meinem Leben den Mut, für längere Zeit ins Ausland zu gehen.»

Kim Hunziker, Absolventin der Hochschule für Wirtschaft FHNW

Als eine der besten Erfahrungen beschreibt sie aber ihre Reise nach Indien im Rahmen des Projekts «Focus India». Dieses Studierendenprojekt ist nur eines von vielen, das die FHNW ihren Studierenden anbietet. Es soll ihnen helfen, das Gelernte anzuwenden und zu sehen, wie internationale Unternehmen funktionieren. Auch ist es eine Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen. Die Reise wurde von A bis Z durch die Studierenden organisiert und ausgeführt. «So hatten wir sehr viele Freiheiten. Mussten aber auch viel Eigeninitiative übernehmen und Resultate abliefern», erklärt Kim Hunziker.

Während dieser Reise war sie für die Kommunikationsaufgaben zuständig. Soll heissen: Sie plante Promotionsanlässe, interviewte Leute vor Ort und verfasste mit ihren Teamkollegen einen Newsletter, der die Reise dokumentierte. «Auf dieser Reise habe ich auch meine erste Botschaft besuchen können», erzählt sie begeistert. So wurde ihr beim Besuch der Schweizer Botschaft in New Delhi zum ersten Mal bewusst, welche interessanten Aufgaben eine Botschaft übernimmt.

Erfahrung und Selbstständigkeit wichtiger als reines Fachwissen

Als sie sich dann schliesslich auf ein Praktikum bei der Schweizer Botschaft in Washington bewarb, kamen ihr vor allem die gesammelten Erfahrungen und auch ihre Eigenständigkeit zugute. «Ich habe gemerkt, dass ich trotz fehlendem politischem Hintergrund durchaus etwas vorweisen konnte, das einem Arbeitgeber wertvoller erschien als Fachwissen: Erfahrung und Selbstständigkeit. Und die hab ich definitiv von all meinen Projekten und Auslandsaufenthalten mitgenommen», sagt sie. 

Als die Zeit bei der Schweizer Botschaft in Washington zu Ende ging, wurde zufälligerweise eine Stelle frei bei der US-Botschaft in Bern. «Das war eine sehr glückliche Fügung. Denn ich hatte bereits viel gelernt über die Arbeit bei einer Botschaft und ich wusste genau, dass dies der passende Beruf für mich ist», erklärt Kim Hunziker. Und auch bei dieser Bewerbung kamen ihr das Engagement und die «Zückerli» im Lebenslauf zugute. 

Denn da man in Bern eine Public-Affairs-Spezialistin suchte, kamen ihr die Erfahrungen in Kommunikation im Focus-India-Projekt zugute.«Doch nicht nur für meine berufliche Entwicklung hat mir meine Ausbildung viel gebracht», fügt Kim Hunziker bestimmt hinzu. «Während meiner Ausbildung an der FHNW fand ich zum ersten Mal in meinem Leben den Mut, für längere Zeit ins Ausland zu gehen und dort auch zu wohnen – ganz ohne mein Mami», sagt sie und schmunzelt. «Und mit diesem Schritt hat sich mir wirklich die ganze Welt eröffnet.»