«Eine tolle Möglichkeit, um uns als Ensemble weiterzuentwickeln»

Studentinnen und Studenten der Musikhochschulen FHNW sollen schon möglichst früh unter professionellen Bedingungen vor Publikum auftreten. Die Konzertreihe «Vier Jahreszeiten» bietet Studierenden der Schola Cantorum Basiliensis dazu eine ideale Plattform. Zum ersten Konzert der Saison 2016/2017 wurde im Oktober in den barocken Saal der Villa Boveri in Baden geladen.

Die Schola Cantorum Basiliensis hat die Konzertreihe «Vier Jahreszeiten» vor drei Jahren ins Leben gerufen. «Die Hochschule für Alte Musik möchte damit die Ensemble-Aktivitäten stimulieren», erklärt Prof. Dr. Thomas Drescher, Leiter der Schola Cantorum Basiliensis, «und das Zusammenspielen der Studierenden fördern.» Die Konzertreihe hat bewusst einen kompetitiven Aspekt. Die Ensembles, die an den Konzerten der Reihe auftreten möchten, müssen vor einer Jury aus Mitgliedern der Leitung spielen. Für das Konzert stellen die ausgewählten Ensembles ein Programm zusammen, entwickeln eine Dramaturgie und bereiten es aufführungsreif vor. «Sie lernen damit, was es für eine Programmkonzeption alles braucht. Das ist es, was ihre spätere Berufspraxis dann ja auch verlangt», sagt Drescher. 

Interview mit Prof. Dr. Thomas Drescher, Leiter der Schola Cantorum Basiliensis

Für das Herbstkonzert der Reihe fiel die Wahl auf das Ensemble Sonorità. Das Quintett, das sich für diesen Anlass extra zusammengetan hat, besteht aus Hojin Kwon und Lea Sobbe (Blockflöten), Ekachai Maskulrat (Barockcello), Fuyuki Matsumoto (Barockgitarre) sowie Melanie Flores (Cembalo). Die fünf Musikerinnen und Musiker zwischen 20 und 30 Jahren stellten ihr Programm unter das Motto «O come sei gentile, caro augellino» («Oh wie lieb bist du, liebes Vögelchen») nach der gleichnamigen Komposition von Claudio Monteverdi. Sie stimmten damit auf den Herbst ein und präsentierten rund ein Dutzend Werke aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, welche die Thematik der Vogelstimmen gemeinsam haben. 

Zu hören waren Stücke von Komponisten wie Henry Purcell, Jakob Arcadelt oder Tarquinio Merula. Spürbar war die grosse Freude am Spiel und am Experiment: Die Musikerinnen und Musiker improvisierten zwischen den Kompositionen immer wieder mit eigenen Klängen, die an Vogelstimmen erinnerten, und bauten damit unterhaltsame Brücken von der lebendigen Gegenwart in die nicht minder lebendige Vergangenheit der Werke. 

Statements des Cellisten Ekachai Maskulrat und der Flötistin Lea Sobbe

Die Konzertreihe umfasst jährlich vier Konzerte, eines in jeder Jahreszeit, eines in jedem der vier FHNW-Trägerkantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn. Die Schola Cantorum Basiliensis der Musikhochschulen FHNW, die weltweit wohl bedeutendste Hochschule für Alte Musik, führt die Anlässe bewusst in allen vier Kantonen durch: «Wir gehen mit diesen Konzerten in die Trägerkantone, um unsere Arbeit dort vorzustellen», sagt Thomas Drescher. «Damit möchten wir das Bewusstsein dafür wecken, was im Rahmen der Nordwestschweizer Ausbildungslandschaft mit der Alten Musik passiert.»

Konzert

Das nächste Konzert der Reihe «Vier Jahreszeiten» findet am Sonntag, 5. Februar 2017 im Bürgergemeindesaal Basel an der Stadthausgasse 13 statt. Beginn ist 17 Uhr. Es spielt das Ensemble «Duvinsela».

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